Nach den aktuellen Erkenntnissen der Forschung hat sich der Weihnachtsbaum aus dem Paradiesbaum (Paradeisl) entwickelt, der bei den mittelalterlichen Paradiesspielen am 24. Dezember verwendet wurde. Der Paradiesbaum wurde vor allem mit Äpfeln geschmückt, aber auch mit Backwaren und bunten Blüten aus Papier. Bei E.T.A. Hoffmann heißt es in seinem Märchen Nußknacker und Mausekönig: „Der große Tannenbaum in der Mitte trug viele goldne und silberne Äpfel, und wie Knospen und Blüten keimten Zuckermandeln und bunte Bonbons und was es sonst noch für schönes Naschwerk gibt, aus allen Ästen“. Vermutlich war es ein armer Lauschaer Glasbläser, der 1847 in Ermangelung echter Äpfel und Nüsse für seinen Weihnachtsbaum die ersten Vorreiter der heutigen Christbaumkugel schuf – Früchte und Nüsse aus Glas.

…Das Glas war ihr Schicksal – Das Glas ist ihr Leben…..mit diesen Worten könnte man das Wichtigste über das Lauschaer Kunstglasbläserhandwerk sagen. Dieses Handwerk ist seit Jahrhunderten untrennbar mit der Stadt inmitten der Berge des Thüringer Waldes verbunden. Sie reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, die erste Glashütte wurde um 1597 von den Glasmachermeistern Hans Greiner und Christian Müller gegründet. Sie legten damit den Grundstein für eine neue Glasmachersiedlung und ein Glaszentrum, das bis in die heutige Zeit erhalten ist. Die alte Dorfglashütte stellte im 17. und 18. Jahrhundert ausschließlich einfache Erzeugnisse für den täglichen Bedarf wie Arzneifläschchen, Trinkgefäße und Butzescheiben, die aus dem meist grünlich getöntem mit Bläschen durchsetzten „Waldglas“ her.

Um 1760 zog der Glasmacher Johann Georg Greiner die ersten Glasstäbe und Glasröhren, woraus Glasperlen und damit die Grundlage für die Heimindustrie in Lauscha und Umgebung entstanden. Hohlgeblasene Spielzeugfiguren und Puppenaugen ergänzten das Sortiment. Die künstlerische Seite des Handwerkes wurde stets weiter gepflegt, und so entstehen bis heute filigrane Meisterwerke aus Glas. Ab dem 18. Jahrhundert gelang es den Glasmachern auch kristallklares Glas herzustellen und die Produkte wurden eleganter und vielseitiger.

Es entwickelte sich die typische Thüringer Glaskunst, die bald eine große Verbreitung fand. Um das Jahr 1880 importierte der US-Amerikaner Frank Winfield Woolworth die ersten Christbaumkugeln in die Vereinigten Staaten, und die Christbaumkugel trat ihren weltweiten Weg bis in die heutigen Wohnstuben an.