Tulipomanie – der Wahnsinn mit den Tulpen

Jeder weiß ziemlich genau was eine Tulpenzwiebel wert ist, oder? Wenige Jahrzehnte nach ihrer Einführung in Europa erlangte die Tulpe unter holländischen Sammlern wahren Kultstatus. Ab 1620 gab es für deren Wert nur eine Richtung – nach oben. Im Jahr 1637 wechselten 3 Zwiebeln der Sorte „Semper Augustus“ ihren Besitzer für 30.000 Gulden, was dem Wert von 3 Herrenhäusern im Zentrum Amsterdams entsprach.

Heute ist es kaum eine Frage des Geldes ein Paar Tulpenzwiebel zu erwerben. Wichtiger ist hier, sich im Herbst daran zu erinnern sie zu pflanzen – sonst bleibt nichts anderes als sich im kommenden Frühjahr in Nachbars Garten daran zu erfreuen. Die Heimat der meisten Tulpen liegt in Vorder – und  Zentralasien (Türkei, Afghanistan, Kaukasus), wo sie auf sonnigen und sommertrockenen Freiflächen gedeihen.

Nur im Frühjahr stimmen Temperatur und Feuchtigkeit und in kürzester Zeit entwickelt sich die Pflanze und blüht. Bald darauf zieht sie sich schon wieder ein, um vor Eintreten der Sommertrockenheit eine neue Zwiebel zu entwickeln welche sich im Schutz der Erde für weitere 8 Monate verborgen hält. Das Wissen um die Standortverhältnisse ihrer Heimat erleichtert das Verständnis für die Verwendung in unseren Breiten. Zu hohe Bodenfeuchtigkeit (im Sommer), mangelndes Licht oder zu stark konkurrierende Nachbarpflanzen (während des Wachstums) stören die Entwicklung in unseren Gärten.

Der ideale Tulpenboden ist sandig-lehmig, nährtsoffreich und in sonniger warmer Lage. Daraus kann sich die Tulpe gut entwickeln, nimmt reichlich Feuchte und Nahrung auf um die neuen Zwiebeln zu bilden um dann bei Trockenheit in „Sommerschlaf“ zu gehen. Die Pflanzung der Zwiebeln erfolgt ab Mitte September bis November. Die Pflanztiefe soll 2-3 mal die Höhe der Zwiebel, also ca. 15 cm sein. Ist die Erde nicht wie gewünscht durchlässig, sollte man Sand in das Pflanzloch geben, außerdem eine Hand voll organischer Dünger. Dann ist vorerst Ruhe angesagt, denn bis der Winter nicht  restlos vorüber ist sieht man nichts mehr.

Von den züchterisch bearbeiteten Tulpen sind jene der Darwin-Gruppe am langlebigsten. Die Sorte ‚Parade‘ gilt als die ausdauerndste, aber auch ‚Golden Appeldoorn‘‚Ad Rem‘, ‚Oxford‘, ‚Pink Impression‘ und ‚Spring Song‘ blühen auf guten Standorten auch noch nach mehreren Jahren reichlich. Die beliebten Viridiflora-Sorten mit den markanten grünen Mittelstreifen auf den Blütenblättern sind ebenfalls recht robust und blühen über mehrere Jahre zuverlässig. Die als „Botanische Tulpen“ klassifizierten Formen und die Wildtulpen können erfolgreich dauerhaft etabliert werden.

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